Arnaud Robert Mars 2018

Neue Bürcher Zeitung Ueli Bernays 2.9.14

Fur Jazz Fest Willisau 2014

 

Intensität bescherten dem Publikum am Samstag auch der Berner Bassist Bänz Oester und die südafrikanischen Kollegen seines Quartetts The Rainmakers. Schulter an Schulter standen die Freunde auf der Bühne, damit sie quasi eine emotionale Einheit bildeten; so konnten Inspirationen und Energien reibungslos durch den ganzen Klangkörper fliessen. Das Programm war dominiert durch griffige Melodien von Volksliedern, Chansons und Eigenkompositionen. Gleich zu Beginn zeigte die Band in Jacques Brels «Amsterdam», dass sie das einfache Melos geschickt variierte und erweiterte, um über erdiger Rhythmik in hymnische Höhen abzuheben. Insbesondere der Tenorsaxofonist Ganesh Geymeier begeisterte durch die lodernde Wucht seiner Sound-Sheets. Virtuos und witzig auch, wie Oester mit Flageoletts den Ländler «Dr Schacher Seppli» parodierte. Als zum Schluss auch noch «Nach em Räge schiint d'Sunne» erklang, mochte dies als Zugabe ganz lustig sein. Die bemerkenswerte Band allerdings ist weder auf Jokes noch auf Etiketten wie «Jazz meets Volksmusik» angewiesen.

 

Bänz Oester Quartett im “bird’s eye” Basel, 6.06.12.

 

“Eine Neue Band, die ihr Repertoire rund um die Schnittpunkte von europaïschem Jazz, afrikanischer Musik und freier Improvisation gemeinsam entwickelt”, wurde versprochen.

Tatsächlich wurde das Bänz Oester Quartett dem Verprechen gerecht. Zum Auftakt seines viertägigen Gastspiels im Basler “bird’s eye” – welch Luxus eines Jazzclubs – bestach es durch frappierende Präsenz auf der Bühne und sprühende Funken des Zusammenspiels. Der Berner Bassist, bereits hoch anerkannt im europaïschen Jazz  als einer der flexibelsten und intonationssichersten Instrumentalisten, ist mit seinem gleichzeitig in sich, und doch vorwärtsdrängenden Spiel idealer Bandleader. Er bewegt den Bass marschierend wie perkussiv, nur mit den Klangforschungen auf Steg und Saiten halt er sich diesmal zurück. Auch der Bogen bleibt in seinem Futteral. Oesters Gruppendienlichkeit, das Quartett als Ganzes, das von der Handschrifft aller Beteiligten gesprägt ist. Den auffälligsten Bezug zu Afrika zeigt Mkhize, eine Entdeckung: Seine Finger, ja ganze Handflächen hetzen über die Tastatur des Flügels, der Oberkörper reckt und streckt sich, schliesslich erhebt sich der Pianist von seinem Sitz, um nock druckvoller agieren zu können. Expressiv gehämmerte Akkorde münden mal in heftige Free-Jazz-Attacken, mal machen sie dem Blues Platz und markieren harmonische Haltstellen, Momente des In-sich-Gehens. Davon will Ayanda Sikade nichts wissen. Für den leichthändig und unangestrengt wikenden Schlagzeuger gibt es selten ruhige Momente, zu treibend und drängend sind seine Trommeln, die gelegentlich durch flirrende Becken zusätzliche Klangfarben erhalten. Als Begleiter, der die Rhythmen ordnet, doch immer wieder wirbelt, wie als Solist ist Sikade allseits Garant für stabile Fundamente. Im Zwiegespräch mit dem Saxophonisten Ganesh Geymeier fordert er diesen zu Hochleistungen heraus. Der zunächst seine Affinität zum grossen John Coltrane nicht leugnende Westschweizer sprengt mehr und mehr dessen Fesseln und findet mit aufgekratztem Tenorton zu feurigem Ausdruck.

Selbstredend werden Eigenkompositionen gespielt, “Perlen aus Schweizer Liedgut” (Oester) oder Afrikanisches bearbeitet. Das neue Bänz Oester Quartett erzeugt einen energiesprühenden Sound, der sämtliche Stilistiken des Jazz hochleben lässt.

 

      Olivier Horner - Février 2012

Stade Réactive ses trangessions sonores.

A Montreux, le laboratoire d’improvisation lancé voilà huit ans par les musiciens romands Pierre Audétat et Christophe Calpini reprend ses explorations azimutées

Après avoir longuement croisé le scandeur Infinite Livez sur un nuage electro-jazz-hip-hop pour quelques actes explosifs et hantés, Pierre Audétat et Christophe Calpini réactivent l’exploratoire matrice sonore qu’est Stade. Aux côtés cette fois du brillant saxophoniste suisse Ganesh Geymeier et du slameur radical et poète militant de New York Black Cracker (ex-Celena Glenn, qui a aussi collaboré au laboratoire Grand Pianoramax de Léo Tardin et avec Mike Ladd), Stade relance ses improvisations azimutées. Une aventure musicale, voyageant toujours aux confins des registres stylistiques, qui avait été amorcée début 2004 déjà par les deux musiciens romands dont les chemins s’étaient déjà télescopés en son temps au sein de Silent Majority. 

Huit ans plus tard, cette histoire - plutôt cette saga devrait-on dire -, aussi vibrante que déroutante, a toujours la forme d’un work in progress. Audétat (Piano Seven, Sens Unik, Jean-François Bovard, Truffaz ou Trilok Gurtu) y officie aux claviers et aux samples alors que Calpini (Mobile in Motion, Alain Bashung, Dog Almond, Oy ou Wayne Paul) tient les percussions électroniques sur un Octopad. Stade continue donc d’appliquer les principes de l’improvisation jazz à un corpus de compositions rigoureusement barrées. Pour un résultat mutant ainsi fréquemment en hybridations aux extravagances très urbaines et cosmopolites. D’infrabasses en voix épaisses, de sons concrets en notes bleutées hallucinées, de stries électroniques en soubassements hip-hop et dub, de rock furibard ou psychédélique en délires visuels, Stade prend des allures composites aussi captivantes que stupéfiantes. 

Au fil des ans et des étapes, la machinerie Stade aujourd’hui enfin réactivée est tout de même parvenue à fédérer à la scène comme sur sept disques depuis 2005 quantité de voix et de musiciens prestigieux pour ses folles sessions: du guitariste Elliott Sharp à l’harmoniciste Grégoire Maret, du vidéaste Pierre-Yves Borgeaud au trompettiste Erik Truffaz ou au DJ Tendraw, des voix de Nya ou Laurence Revey à celles de Pascal Auberson ou Joy Frempong (alias Oy). Avec Ganesh Geymeier et Black Cracker, Stade va assurément s’ouvrir des horizons inédits où les transgressions sont la seule et unique règle de conduite tolérée. Afin de ne jamais quitter les sphères d’un certain art brut sonore.

  •           Cadence Magazine Jan-Feb-March 2011.

“The group Holunderblüten carries the same unusual tenor-accordion-drums lineup as the long standing Ellery Eskelin-Andrea Parkins-Jim Black trio. I don’t know if there’s any connection but this combo goes in for more basic sounds than the Eskelin band. They have ambient pieces with the accordion to the fore. But there are also fierce funky rockers like “Früstück” and “6” where Ganesh Geymeier’s tenor wails really hard. The eerie drones and bellowing horns of  “Asphyxie” show progressive Rock leanings and, like any group with an accordion, they do at least one tango in “La Suite”, the tenor really bearing down. Their music doesn’t sound too complicated but it is noisy and fun.”Cadence Magazine, Jerome Wilson, New York, Jan-Feb-Mar 2011.

         Basler Zeitung March 2010.

“Dieses Trio aus der Romandie tanzt mit nonkonformistischer Chuzpe und hinterlistigem Charme aus der Reihe. Nicht nur die Instrumentierung mit Akkordeon (Noémie Cotton), Tenorsaxofon (Ganesh Geymeier) und Schlagzeug (Fred Bürki) fällt aus dem Rahmen, sondern auch das ausschliesslich aus Eigenkompositionen aller Bandmitglieder bestehende Repertoire – mal ist man mitten in einem rockigen Taumel, mal schraubt man sich in bizarre Klänge. Da die freche Band ihre Energie zumeist in kurzen Stücken mit griffigen Aussagen bündelt, ist für Abwechslung und Action gesorgt.” Basler Zeitung, Tom Gsteiger, March 2010.

 

           Jazz ‘n more May 2010.

“Geisterhafte Tuschzeichnung auf dem Cover, Explosion in Schwarz und Weiss, keine Titel, keine Buchstaben, die Musik spricht für sich, die Titel der Stücke sind wie verschiedene Bilder eines Trips durch atmosphärischen Streuner-Folk und heissen Jazz. Nach dem “Choral” chlöpft einen das “Früstück” mit zupackenden Energielinien wach, driften wir träumerisch durch die “Möse”, zum filmmusikalisch raunenden “Shit Gig” – Intermezzo, dann folgt mit “6” di nächste Kollektiv-Entladung, aufgekratzt die Energie, mit schönem Folk-Jazz-Akkordeon-Georgel und kreischender Saxofon-Laune. “Holund” ist schon fast Alpin-Jazz, aber mit forschen Attacken vor dem Absturz in den Heimatgraben verschont. “13” ist mit über sechs Minuten das längste Stück, repetitiv sich aufbauende Motive, wie Gewitterwolken am Horizont, die der Eintritt des Saxofons allein mit seiner Präzens vertreibt, am Ende bleibt der Anfang: Eine Ahnung, die eine Ahnung bleibt. “Asphyxie” bringt die  Qualitäten von Holuderblüten am schönsten ans Licht: kollektive Ballung mit gemeisselten Strukturen und Wildklang. Auch die letzten beiden Stücke fokussieren die Qualitäten dieses Trios nochmals in stimmungsvoller Dichte. Mit Holunderblüten kann man nicht nur Tee machen. Man kann ihn auch so heiss trinken wie er zubereitet wurde.”Jazz ‘n more, P.B. Switzerland, May 2010.

       

           Jazz Podium May 2010.

“Ringel, Ringel, Reihe, sind wir Kinder dreie, sitzen unterm Hollerbusch, machen alle Husch, Husch, Husch! Hinter den Holunderblüten verbirgt sich ein vitales Trio in ungewöhnlicher Besetzung: Akkordeon, Saxophon, Schlagzeug. Die zwölf Stücke des Albums reihen sich nahtlos aneinander wie Kapitel eines Romans oder Sequenzen eines Roadmovies, offen, Groove-betont, mal kontemplativ, mal offensive in origineller Eigenständigkeit, die so wenig eindeutig zuzuordnen ist wie der Holunder selbst als botanische Gattung. Deren individuelle Prägung führte um 1900 sogar dazu, das seine eigene Familie Sambucaceae geschaffen werden sollte. Könnte dem Schweizer Trio genauso ergehen: Noémie Cotton, acc, Ganesh Geymeier, ts, und Fred Bürki, dr, perc, stehen für eine modern Auffassung des Ineinanders von Komposition und Improvisation, ihre instrumente verschmelzen förmlich zur Einheit des Ensemblespiels, dem sie höchsten Wert beimessen in schwebenden Stücken voller abwechslungsreicher, überraschender Momente, aus denen sich so viel Leckeres zaubern last: Sirup und Sekt, Parfait und Küchlein, nicht zuletzt angenehm anregende Musik!” Jazz Podium, Tobias Böcker, Germany, May 2010.

         Le courier May 2010.

“Floraison de talents:Noémie Cotton à l’accordéon, Ganesh Geymeier au saxophone tenor et Fred Bürki à la batterie son tune des surprises de la scène musicale romande. Ce trio collectif baptise Holunderblüten (fleurs de sureau) signe un premier album qui se distinguee par un vrai sens de la dramaturgie. Si la batterie et le saxophone sont immergés dans le jazz contemporain, façon Jim Black et Ellery Eskelin, l’accordéon est utilise loin des canons habituels, style musette ou tango. Il donne le ton et participle en contrepoint aux improvisations. Les trois solistes composent chacun une partie de ces douze tableaux, et dialoguent dans le souci permanent d’un language commun. Tantöt nerveuse, tantöt élégiaque, leur musique est d’une grande richesse harmonique et mélodique. Un disque emblématique pour une nouvelle generation de musiciens qui associent, sans vergogne et dans une demarche intimiste, la pop, le rock et le jazz.” Le Courier, CST, Geneva, 22.05.2010.

       

       Jazz Magazine April 2010.

“Par où commencer ? Peut-être par la question de l’accordéon. Qu’en faire dans le jazz ? Noémie Cotton sait. Peut-être parce qu’elle évite la question du jazz. Ce qu’elle nous fait entendre, c’est d’abord un timbre qu’elle marie à celui du saxophone de Ganesh Geymeier dans sa composition “Choral”. Pas seulement comme une mélodie, mais comme un deployment de textures, tandis que Fred Bürki froisse et défroisse sa batterie. Et l’on s’aperçoit déjà que l’accordéoniste signe six des douze compositions du repertoire, qu’elle a des visions précises et les gestes qui lui permettent de les assumer, tells ces coups de boutoirs et ces clameurs dont elle accentue le sauvage pas de deux “Früstück” entre saxophone et batterie. “Möse” joue sur le ténu, le frissonnant, nudité de la single note détimbrée à main droite contre les accords vibrés à main gauche. Du déjà vu sur l’instrument, mais Noémie Cotton en fait du neuf, inventant des épaisseurs inédites que tisse le saxophone, déployant des dynamiques que les balais de Bürki font bruiser comme une forêt un jour de grand vent et ça chante comme un hymne à la grandeur et la simplicité du bois qui résiste et du vent qui soufflé. Un interlude blanc comme une vague de chaleur sur une ville du sud, un riff massif et brutal que le saxophone balaie en tous sens d’un souffle saturé, d’immenses clusters d’accordéon, l’essoufllement d’un tutti final… C’est frais, c’est brut, c’est tendre et lyrique, c’est rêche et violent, c’est bref et concis, ça vibre, ça respire, ça circule vite, d’un episode à l’autre… C’est Matthieu Donarier qui nous a recomandé ce disque Suisse et ce n’est pas un hazard.” Jazz Magazine, Frank Bergerot, France, April 2010.

 

        Matthieu Donarier October 2009.

“J’entends un vrai groupe, qui se comprend au-delà des partitions et (peut-être ?) au-delà de la musique elle-même. Leur recherche du son (de la matière sonore) me réjouit, et le travail orchestral, qui se rapproche de celui d’un plasticien, d’un dj ou d’un metteur en scène, me donne le sentiment que ce trio joue des histoires, des émotions, des tableaux, des courts-métrages plutôt que des notes. Je n’entends plus de notes, je n’entends que du son. Bravo. Leurs compos sont vraiment taillées pour le groupe, ce qui “porte” cette musique plus que tout: Ils savent ce qu’ils racontent, chaque morceau a une véritable histoire. Cela emmène l’auditeur comme un film. J’entends une histoire d’amour urbaine, un grand plaisir pris à jouer ensemble et une communauté d’esprit. C’est un pur bonheur d’écouter leur musique.” Matthieu Donarier, octobre 2009.

Solo Ganesh Geymeier
Photo: Claude Dussez.jpg
Solo Ganesh Geymeier
Solo Ganesh Geymeier
Ganesh Geymeier
Solo Ganesh Geymeier
Ganesh Geymeier
Solo Ganesh Geymeier